Skip to content. | Skip to navigation

Document Actions
15
Preview
Here you can see some articles which will be published in the fifteenth issue of eleed.
Articles / Beiträge
  1. Entwicklung eines digitalen, videobasierten Lernmoduls zur Förderung der professionellen Wahrnehmung von Klassenführung bei angehenden Lehrkräften

    Professionelle Wahrnehmung von Klassenführung umfasst die Kompetenz, klassenführungsrelevante Ereignisse und Interaktionen im Unterricht zu erkennen und theoriebasiert zu interpretieren (Gold et al., 2016; Sherin & van Es, 2009). Die Förderung dieser Kompetenz stellt ein zentrales Ziel der Lehramtsausbildung dar. Für diese Kompetenzförderung konnte bereits die Effektivität videobasierter Lehr-Lern-Konzepte bestätigt werden (Steffensky & Kleinknecht, 2016). Bisher fehlen jedoch digitale Lernangebote, die individuell adaptierbare Lernpfade ermöglichen (Bremer, 2009), um unterschiedliche Leistungsniveaus und Lerntempi von angehenden Lehrkräften zu berücksichtigen (Landenfeld et al., 2019). In diesem Beitrag wird daher die Entwicklung eines digitalen, videobasierten Lernmoduls zur Förderung der professionellen Wahrnehmung von klassenführungsrelevanten Unterrichtsereignissen beschrieben. Dieses wurde nach bewährten medienpsychologischen Gestaltungsprinzipien konstruiert und einer Usability-Testung unterzogen. Stellvertretend für die potenziellen Nutzungsgruppen bearbeiteten zwei Lehramtsstudierende (Novizen) und zwölf Seminarleitungen (Experten) mindestens einen Teil des digitalen Lernmoduls und evaluierten dessen Nutzungsfreundlichkeit im Hinblick auf Inhalt, Bedienbarkeit und Ästhetik. Eine qualitative Inhaltsanalyse der Interview-Transkripte und Mitschriften ergab, dass Design und Inhalte des Moduls insgesamt als ästhetisch und sinnvoll bewertet wurden. Zudem konnten Erkenntnisse zur Modullänge, zu den Videoanalysen, Unterstützungselementen, Rückmeldungen, Bedienelementen und Gestaltungsaspekten extrahiert werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden die Videoanalysen modifiziert und das Lernmodul überarbeitet. Neben der Möglichkeit, das digitale, videobasierte Lernmodul für den Kompetenzaufbau angehender Lehrkräfte einzusetzen, sind die erzielten Erkenntnisse nützlich für die Konstruktion künftiger videobasierter Lernmodule.

Book descriptions / Buchbeschreibungen
  1. Digitale Medienwelt und Pädagogikunterricht

    Aktuell ereignet sich eine grundlegende neue Relationierung von realer und digitaler Welt, mit der umfassendere Zugriffe auf das Leben jedes einzelnen in der Gesellschaft einhergehen – z.B. größere Kontrolle, größere Beeinflussung und Manipulation. Digitalisierung von Bildung und Bildung für die digitalisierte Welt sind „Mega-Themen“ aktueller Bildungspolitik und Bildungsreformen. Die Beiträge des vorliegenden Buches konturieren diesbezüglich einen Pädagogikunterricht, welcher Schülerinnen und Schüler befähigen soll, die Chancen und Risiken in der digitalen Medienwelt für die Bildung und die Erziehung zu erkennen, und der dazu beiträgt, dass Menschen anderen Menschen – u.a. auch mithilfe digitaler Tools – dabei helfen, sich zu dieser digitalen Medienwelt in ein reflektiertes Verhältnis zu setzen und sie mit zu verändern. Das Buch richtet sich insbesondere an Interessierte aus den Bereichen des schulischen Pädagogikunterrichts, der Fachdidaktik Pädagogik und der Medienpädagogik.

  2. Metaphors of Ed Tech

    The criticisms leveled at online education during the Covid-19 pandemic revealed not only a lack of understanding about how educational technology can be deployed effectively, but a lack of imagination. By using metaphors as a mental model, Weller enables educators to move beyond pragmatic concerns into more imaginative and playful uses of technology and to critically examine the appropriate implementation and adoption of ed tech. Martin Weller is professor of educational technology, in the Institute of Educational Technology at the UK Open University. He is the chair of the Open University's multidisciplinary degree, the Open Programme, which is the largest degree in the UK. He is the author of The Battle For Open (2014), The Digital Scholar (2011), and 25 Years of Ed Tech (2020).

  3. Digitales Lernen in der Grundschule III

    Die Digitalisierung von Gesellschaft und damit auch von Schule schreitet immer weiter voran. Dabei ist die außerschulische Nutzung von digitalen Anwendungen zu einer Normalität geworden. Schüler:innen, Lehrende, Eltern und viele Akteur:innen nutzen eine Vielzahl digitaler Anwendungen in ihrem Alltag. Das kann und sollte sich im Bereich des institutionellen Lernens als ein Teil der gesellschaftlichen Lebenswelt widerspiegeln. Um die Potenziale digitaler Anwendungen intensiver zu beleuchten, wurden 2021 beim Symposium Lernen digital an der Technischen Universität in Chemnitz zum dritten Mal Ideen und Erkenntnisse führender Wissenschaftler:innen und engagierter Praktiker:innen zusammengetragen und diskutiert. Die forcierte Vernetzung über die Fachdidaktiken hinaus konnte abermals bewirken, dass Aktivitäten und Erkenntnisse zusammengetragen werden, die den Einsatz digitaler Medien nicht nur aus mediendidaktischer bzw. -pädagogischer Perspektive reflektieren, sondern vorrangig fachdidaktische Fragen in den Blick nehmen. In diesem Buch werden die wesentlichen Beiträge zusammengefasst, um sie an Forscher:innen sowie Pratiker:innen in Schulen aber auch der Lehreraus- und -weiterbildung weiterzugeben.

  4. Exploring Silences in the Field of Computer Assisted Language Learning

    Anwar Ahmed advocates for critical thinking and thoughtful technology integration in world language classrooms in his (2022) book, Exploring silences in the field of computer assisted language learning. Ahmed argues that CALL research too often focuses on the benefits of technology integration in language classrooms and ignores potential dangers. Given this tendency, Ahmed offers a framework for examining the silences that surround language learning technology. From social-emotional considerations to an examination of the risks of social media, Ahmed’s work appeals to CALL researchers and teacher educators alike and strives to amplify the silences in language learning technology research by providing a strong foundation for future CALL research.

Dissertations / Dissertationen
  1. Zur partizipativen Gestaltung von (digitalen) Lernangeboten in der betrieblichen (Weiter-)Bildung: eine empirische Modellentwicklung

    Digitale Transformationsprozesse sind zum Taktgeber zunehmender beruflicher (Weiter-)Bildung bzw. Kompetenzentwicklungsbedarfe geworden. Hierbei stellen sie gleichermaßen Unternehmen vor die Herausforderung, ihre Personal- und damit Organisationsentwicklung aktiv neu auszurichten sowie jede*n einzelne*n, selbstbestimmt und proaktiv ihre lebenslangen Lernprozesse in die Hand nehmen. Diese Bedarfslage kann durch (digitale) Lernangebote adressiert werden, die partizipativ gestaltet werden - nicht nur für die Lernenden, sondern mit diesen, wobei die Demokratisierung menschzentrierter Gestaltungsprozesse eine tragende Rolle einnimmt. Hieran besteht die Erwartung, eine höhere Einstellungs- und Nutzungsakzeptanz entsprechender Lernangebote sowie, hiermit einhergehend, gesteigerte Lernerfolge zu erzielen. Vor diesem Hintergrund wurde in der vorliegenden Arbeit auf Basis von sechs Expert*Inneninterviews ein Modell zur partizipativen Gestaltung entwickelt, welches Handlungsempfehlungen und praxisnahe Begleitmaterialien umfasst, die den Transfer dahinterstehender Theorie sowie neuer Erkenntnisse in die betriebliche (Weiter-)Bildungspraxis unterstützen. Die theoretischen Ausführungen zur menschzentrierten und partizipativen Gestaltung im Allgemeinen werden dabei u.a. in Diskussionen sich verändernder beruflicher Anforderungsprofile, eine Verortung des Begriffs des digitalen Lernens sowie die Entwicklung von Lernkulturen in Unternehmen eingebettet.

  2. Technologieakzeptanz von virtuellen Lern- und Arbeitsumgebungen

    Mit dem Einsatz innovativer Technologien in Lern- und Arbeitsprozessen werden vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Industrie 4.0 multiple Potenziale verbunden. Insbesondere immersive virtuelle Lern- und Arbeitsumgebungen (Virtual Reality, kurz IVR) bieten vielversprechende Möglichkeiten, um das Lernen und Arbeiten gewinnbringend zu unterstützen. Unter IVR werden computergenerierte Darstellungen verstanden, welche dreidimensional und interaktiv sind. Die Nutzenden können über natürliche Benutzerschnittstellen regelrecht in die virtuelle Umgebung „eintauchen“. Der in der Arbeit bilanzierte Forschungsstand zeigt, dass zu Beginn der Forschungsbemühungen allerdings nur wenig über die Technologieakzeptanz von IVR und den entsprechenden fördernden und hemmenden Faktoren bekannt ist. Unter der Technologieakzeptanz wird die „positive Annahmeentscheidung einer Innovation durch die [Anwenderinnen und] Anwender“ (Simon, 2001, S. 89) verstanden. In Anbetracht dieser Forschungslücke besteht das zentrale Forschungsvorhaben der vorliegenden Arbeit deshalb in der Generierung eines Beschreibungs- und Erklärungswissens zur Technologieakzeptanz von IVR bei (potenziellen) Nutzerinnen und Nutzern. Ein theoretischer Rahmen zur Digitalisierung der Arbeitswelt, zu Virtual Reality Technologien und zur Technologieakzeptanz sowie eine Übersicht über den entsprechenden empirischen Forschungsstand führen in die Thematik ein. Die Arbeit umfasst vier empirische Studien zur Untersuchung der Technologieakzeptanz von IVR. In der ersten Studie werden die theoretischen Annahmen des Technology Acceptance Models (TAM) in Bezug auf die Technologieakzeptanz von IVR empirisch geprüft. Das TAM geht davon aus, dass die Nutzungsintention von Informationstechnologien hauptsächlich von der wahrgenommenen Nützlichkeit und Benutzerfreundlichkeit beeinflusst wird. Studie 1 untersucht in diesem Zusammenhang die Technologieakzeptanz und die nutzerbezogenen Faktoren Alter und Vorerfahrung mit der Technologie im Rahmen einer quantitativen Fragebogenerhebung mit (potenziellen) Nutzerinnen und Nutzern von IVR. Die zweite Studie fokussiert die Technologieakzeptanz eines virtuellen Verkaufsraums und bezieht neben den Kernfaktoren des TAM die soziale Norm, wahrgenommene Verhaltenskontrolle sowie die organisationsbezogenen Faktoren Unterstützung durch die Führung, Anwendertraining und Anwendersupport in die Betrachtung ein. Die Datenerhebung erfolgt ebenfalls mittels eines quantitativen Fragebogens. In der dritten Studie wird eine virtuelle Lernanwendung für Bedienerschulungen formativ im Hinblick auf die Technologieakzeptanz, User Experience und den Lerntransfer von virtuell gelerntem Handlungswissen auf reale Tätigkeiten mittels einer qualitativen Videoanalyse evaluiert. Die vierte Studie zielt auf die Identifikation von weiteren nutzerbezogenen, organisationsbezogenen und insbesondere technologiespezifischen fördernden und hemmenden Faktoren im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit Experten ab. Die Ergebnisse zeigen, dass das TAM auch als geeignete Grundlage zur Untersuchung der Technologieakzeptanz von IVR herangezogen werden kann und die wahrgenommene Nützlichkeit sowie Benutzerfreundlichkeit einen Einfluss auf die Nutzungsintention haben (Studie 1). Ebenso beeinflusst die wahrgenommene Verhaltenskontrolle die Nutzungsintention und die organisationalen Faktoren hängen positiv mit den TAM-Faktoren zusammen (Studie 2). Es wird verdeutlicht, dass mit der Untersuchung innovativer Technologien auch neuartige methodische Zugänge in Forschungsbemühungen einhergehen müssen (Studie 3). Weitere nutzerbezogene, organisationsbezogene und technologiespezifische Einflussfaktoren auf die Technologieakzeptanz werden für den Einsatz von IVR in Lehr-Lernkontexten identifiziert (Studie 4). Zusammenfassend lassen sich auf der Basis der eigenen Forschungsergebnisse und unter Berücksichtigung der Limitationen praxisrelevante Ansatzpunkte zur Steigerung der Technologieakzeptanz von IVR ableiten.

  3. Presence at a distance

    In einer zunehmend technisierten Welt wird zwischenmenschliche Interaktion immer häufiger durch die Schnittstellen unserer digitalen Endgerate vermittelt. Dies gilt ebenso für Bereiche des Bildungssektors. Die meisten der angehenden Studierenden, die sich heute in einer Hochschule einschreiben, werden unweigerlich im Laufe ihres Studiums mit pädagogischen Szenarien konfrontiert werden, in denen menschliche Interaktion mit Hilfe von Technologie vermittelt wird. Dies mag in manchen Fällen lediglich bedeuten, dass Studierende einzelne Einheiten oder Abschnitte eines Präsenzstudiums online absolvieren. Andere durchlaufen möglicherweise ein ganzes Studium, ohne ihren Mitstudierenden oder Lehrkräften jemals physisch zu begegnen, wie es in einem Fernstudium der Fall sein kann. Mag es besonders bei raffinierten und technisch ausgereiften Kommunikationsmedien nicht immer auffallen, bleibt dennoch eine wichtige Tatsache bestehen: Wenn unser Gegenüber nicht tatsachlich da, also physisch abwesend statt präsent ist, wirkt sich das auf unsere zwischenmenschliche Wahrnehmung aus. Obwohl die psychologischen Besonderheiten dieser zunehmend verbreiteten Art der Kommunikation seit langem Gegenstand von Untersuchungen sind und wichtige Effekte auf Kommunikations-, sowie auf Lernprozesse vermutet werden, sind die tatsachlichen psychologischen Auswirkungen, insbesondere mit Blick auf das Lernen im Online- und Fernstudium, nach wie vor nicht ausreichend erforscht. Der Begriff Social Presence stellt eine der prominentesten Bemühungen dar, sich der besonderen psychologischen Herausforderungen computervermittelter Kommunikation konzeptionell zu nähern. Er bezieht sich auf das Ausmaß, zu dem wir bei diesen Formen der Kommunikation ein Gefühl der Unmittelbarkeit erleben. Somit impliziert der Begriff Social Presence gewissermaßen eine Illusion oder anders gesagt, das Versäumnis in unserer Wahrnehmung, der Tatsache kontinuierlich gewahr zu sein, dass wir eigentlich mit einem Bildschirm kommunizieren. Interessanterweise ist es auch bei Kommunikationsmedien, die mit dem Naturell von face-to-face Gesprächen relativ wenig Gemeinsamkeiten aufweisen, zum Beispiel asynchrone textbasierte Chats, ebenfalls möglich, ein hohes Mas an Social Presence zu erfahren, also dem Gefühl zu erliegen, dass unser Kommunikationspartner „echt“ und „da“ ist. Diese paradoxe Beobachtung ist der Grund, dass wir keinen monokausalen Zusammenhang zwischen der technologischen Raffinesse des Kommunikationsmediums und der Wahrnehmung von Social Presence ableiten können. Tatsachlich scheint es stattdessen eine Vielzahl von Faktoren zu geben, die für dieses psychologische Phänomen verantwortlich sind, von denen jedoch viele nicht ausreichend erforscht sind. So ansprechend und relevant dieses Konzept zu sein scheint – dafür sprechen unzählige Studien, die sich mit dem Konstrukt beschäftigen–, hat seine Anwendung und Erforschung bislang vergleichsweise wenig zur Weiterentwicklung unseres Verständnisses über die Psychologie computervermittelter Kommunikation beigetragen; eine Tatsache, die möglicherweise auf die lange Geschichte uneinheitlicher Auslegungen dieses Konzepts und den daraus resultierenden Schwierigkeiten, Wissensbestande zu kumulieren, zurückzuführen sein konnte. Abschnitt A „Introduction and Theoretical Foundations” beschreibt den aktuellen Forschungsstand bezüglich der Psychologie computervermittelter Kommunikation und stellt einen Bezug zur Fernlehre und dem Online-Lernen her, insbesondere mit Blick auf die vielzitierten Herausforderungen, die mit diesen Lernkontexten einhergehen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Online-Umgebungen, in denen die Lernaktivitäten dieser Szenarien üblicherweise stattfinden. Im Anschluss daran erfolgt eine Besprechung von Social Presence, in der zentrale Herausforderungen in der Erforschung dieses Konzepts diskutiert werden. Dies mundet in die Vorstellung eines theoretischen Modells, das für die folgenden empirischen Arbeiten handlungsleitend ist. In Abschnitt B „Empirical Studies“ werden die zentralen Forschungsfragen dieser Arbeit dargelegt sowie fünf Studien zu ihrer Beantwortung präsentiert. Zusammengenommen zielen diese empirischen Untersuchungen auf ein besseres grundlegendes Verständnis des Phänomens Social Presence, auf eine theoretisch plausible und empirisch gestutzte Modellierung, sowie auf die praktische Anwendung dieses Wissens zur Verbesserung der Online- und Fernlehre ab. Insgesamt wurden zu diesem Zweck Daten von 1023 Studierenden der FernUniversität in Hagen erhoben und analysiert. In der ersten Untersuchung, einer Skala-Validierungsstudie, wird aufbauend auf der sich häufenden Kritik an der Social Presence Forschung versucht, wichtige Grundlagen bezüglich der Definition und Messung des Konstrukts zu schaffen. In der zweiten Studie wird dann der Betrachtungshorizont mit Hilfe eines Strukturgleichungsmodells erweitert, um zu einem umfassenderen Bild von Social Presence und verwandten sozio-emotionalen Prozessen und Variablen zu gelangen. Dies resultiert in einem theoretisch fundierten und empirisch gestutzten Modell mit praxisrelevanten Implikationen. Jene Implikationen zur Forderung und Begünstigung von Social Presence in Online-Lernumgebungen werden in der dritten Studie mit Hilfe eines Experiments empirisch überprüft, wodurch weiterhin Gestaltungsempfehlungen für derartige Lernumgebungen abgeleitet werden können. Für die verbleibenden zwei Studien wird der theoretische Blick erweitert, sodass sich das vierte Kapitel mit einem bislang nur aus sozialen Netzwerken bekannten psychologischen Phänomen beschäftigt, Ambient Awareness. Mit Hilfe zweier Stichproben wird zunächst seine Prävalenz in Online-Lernumgebungen untersucht, um dann eine theoretisch naheliegende Verbindung zu Social Presence zu überprüfen. Zuletzt wird in der fünften Studie ein neuartiger Blickwinkel auf das Konstrukt eingenommen. Wurde in der Vergangenheit Social Presence aufgrund seiner sozialpsychologischen Wurzeln meist als sozial und kontextuell determiniert verstanden, wird hier die potenzielle Rolle individueller Unterscheide, genauer gesagt der Persönlichkeit der Studierenden, bei dem Erleben von Social Presence in den Fokus gerückt. Der Integration und Kumulierung der neu gewonnenen Erkenntnisse kann deshalb eine besondere Bedeutung zugeschrieben werden, da diese Synthesearbeit in der Social Presence Literatur als defizitär erachtet werden kann. Aus diesem Grund wird in Abschnitt C „Discussion and Future Directions“ eine umfassende Diskussion und Einordnung der Ergebnisse, insbesondere mit Blick auf die Schwachen der Social Presence Literatur vorgenommen. Trotz verbleibender offener Fragen, können die Ergebnisse der empirischen Arbeit so interpretiert werden, dass deutliche Fortschritte bei der Identifizierung, der theoretischen Erklärung sowie der praxisnahen Anwendbarkeit von Social Presence erzielt wurden. Als visuelles Resümee wird das endgültige Forschungsmodell in seiner durch die Studien modifizierten und erweiterten Form präsentiert, in dem alle in dieser Arbeit untersuchten Hypothesen enthalten sind. Um die zentralen Erkenntnisse weiter zu verdichten, wird eine Reihe von Fragen, die zusammengenommen die Grundlage für eine Theorie von Social Presence darstellen, fokussiert beantwortet. Durch diese Zusammenfassung auf verschiedenen Abstraktionsebenen entsteht ein Bild von Social Presence als ein komplexes psychologisches Phänomen, das mit Blick auf seine Relevanz für das Online- und Fernstudium multikausal bestimmt und nuanciert zu sein scheint. Mit Blick auf Limitationen dieser Arbeit sowie aktueller mediendidaktischer Entwicklungen werden mögliche Schritte zur Verbesserung künftiger Forschungsbemühungen vorgeschlagen. Darüber hinaus werden zwei zentrale, weiterhin bestehende Hindernisse auf dem Weg zu einer ambitionierten und fundierten Social Presence Forschung aufgezeigt. Ersteres bezieht sich auf die bislang inkonsistente Erforschung des Zusammenhangs zwischen Lernerfolg und Social Presence. Letzteres bezieht sich auf die fehlende Einbettung des Phänomens Social Presence in die menschliche Psychologie. Als ersten Schritt zu Überwindung dieser Hindernisse werden zwei theoretische Frameworks zur Gestaltung künftiger Forschung vorgeschlagen. Die Arbeit endet mit einer kurzen Reflexion.